Produkt-Fotografie oder 3D Rendering?

Um ein neues Produkt bewerben und verkaufen zu können, reicht ein blanker Informationstext normalerweise nicht aus. Es müssen Bilder her, denn, wie man so schön sagt, ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Stellt sich nur noch die Frage, woher nehmen?

Für mich gibt es da genau zwei Möglichkeiten, entweder fotografieren oder ein 3D Modell rendern. Aber was ist eigentlich die bessere Methode? Wie so oft, ist die Antwort ein eindeutiges „es kommt darauf an“. Und es kommt auf einiges an, deshalb, um Ihnen bei der Entscheidung etwas zu helfen, schauen wir uns hier ein paar Aspekte an, die einem die Entscheidung leichter machen können.

Form – organisch oder „hard surface“

Organische Objekte oder Oberflächen sind uneben und unregelmäßig. Diese Zufälligkeit lässt sich oft nicht mal eben so erzeugen, sondern erfordert, von Fall zu Fall, ein wenig bis sehr viel Handarbeit. Stellen Sie sich nur mal einen Laib Brot vor oder eine Frucht. Das sind so viele zufällige Kleinigkeiten, die wichtig sind, denn ohne diese, wirkt das Objekt direkt unecht. Eine Möglichkeit hier Abhilfe zu schaffen wäre noch ein 3D Scan, würde jetzt aber zu weit führen.

Objekte mit klaren Kanten und Formen hingegen, technische Dinge, wie ein Fernseher oder ein Auto, aber auch Möbel und Geschirr beispielsweise, lassen sich sehr gut anhand von Plänen, Skizzen oder Schnappschüssen nachmodellieren. CAD-Modelle sind natürlich besonders geeignet für die 3D Visualisierung, denn das Modell ist ja schon da.

Clean oder used

Auf einer hochauflösenden Fotografie ist jedes Staubkorn, jeder Fussel, jeder noch so kleine Kratzer erkennbar. Ein Teil davon ist für eine fotorealistische Darstellung notwendig, auf vieles kann man aber gut und gerne verzichten. Abhängig von der Anzahl der Bilder ist ein 3D Rendering nicht so aufwendig, wie die nachträgliche Retusche sämtlicher Fotos.

Im Gegenzug sind Gebrauchsspuren natürlich ein zusätzlicher Posten bei der 3D Visualisierung, der nicht unterschätzt werden sollte.

Umgebung

Möchten Sie ihr Produkt in seiner „natürlichen“ Umgebung zeigen, ist die Entscheidung ob Foto oder Rendering stark von der Lokalität abhängig. Handelt es sich beispielsweise um einen Tauchroboter für die Tiefsee wird es mit Fotografieren schwierig, eine ansehnliche Straße für eine Kehrmaschine sollte sich hingegen auftreiben lassen.

Eine Kombination wäre natürlich ebenfalls denkbar, also Ihr Produkt fotografieren und die Umgebung rendern, kommt eben immer darauf an.

Statisch oder interaktiv

Wenn Sie nur eine einzige Ansicht Ihres Produkts brauchen, fahren Sie, abhängig vom Modellierungsaufwand, mit einem Foto meist besser. Trotzdem ist der Aufbau des Fotosetups sicher auch ein Großteil der Arbeit.

Möchten Sie Ihr Produkt etwas interaktiver präsentieren, vielleicht als Turntable oder in verschiedenen Farb- oder Ausstattungsvariationen, hat das 3D Rendering, aufgrund der besseren Reproduzierbarkeit, die Nase wieder vorne.

Fazit

Wie sie sehen ist es gar nicht so leicht die ideale Lösung zu finden, weil unzählige Faktoren eine Rolle spielen. Dieser kleine Beitrag kann hier keine Universalantwort liefern, aber wenigstens einige, wichtige Anhaltspunkte. Wenn Sie noch mehr zum Thema 3D Visualisierung lesen möchten, kann ich diesen Artikel sehr empfehlen.